Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
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Borrede auf das Alte Testament.

.^as Alte Testament halten etliche geringe, als das dem Indi-schen Volcke allein gegeben, und nun fort aus sey und nur vonvergangenen Geschichten schreibe, meynen, sie haben gnug amNeuen Testament, und geben vor, eitel geistlichen Sinn im AltenTestament zu suchen, wie auch Origenes, Hieronymus und vielhohe Leute mehr gehalten haben. Aber Christus spricht, Joh. 5,zg: Forschet in der Schrift, denn dieselbige gibt Zeugniß vonmir, und St. Paulus gebeut Timotheo, 1. Tim. 4, 13., er sollanhalten mit Lesen in der Schrift, und rühmet, Rom. 1, 2, wiedas Evangelium sey von Gott in der Schrift verheissen; und 1.Eor. 15, 3. saget er, Christus sey nach laut der Schrift von Da-vids Geblüt kommen, gestorben und vom Tode auferstanden. Soweiset uns auch St. Petrus mehr, denn einmal, hinter in dieSchrift, 2. Pctri 1, 19 ; 3, 15.

2. Damit sie uns je lehren, die Schrift des Alten Testa-ments nicht zu verachten, sondern mit allem Fleiß zu lesen, weilsie selbst das Neue Testament so mächtiglich gründen durch dasAlte Testament und sich darauf beruffen, wie auch St. LucasApostg. schreibet, daß die zu Thessalonich täglich forschten dieSchrift, ob sichs so hielte, wie Paulus lehrete. So wenig nundes Neuen Testaments Grund, und Bemessung zu verachten ist,so theuer ist auch das Alte Testement zu achten. Und was istdas Neue Testament anders, denn eine öffentliche Predigt undVerkündigung, durch die Sprüche im Alten Testament gesetzetund durch Christum erfüllet?

3. Daß aber diejenigen, so es nicht besser wissen, eine An-leitung und Unterricht haben, nützlich darinnen zu lesen, habe ichdiese Vorrede nach meinem Vermögen, so viel mir Gott gegeben,zestellech bitte und warne treulich einen jeglichen frommen Chri-sten, daß er sich nicht stosse an der einfaltigen Rede und Ge-schichte, so ihm oft begegnen wird, sondern zweifele nicht daran,