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9 (1828)
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231
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Capitel

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sondern, wie er einem andern möge vorgesetzet und höher geachtetwerden: so ist vonnöthc», daß alda nichrs anders entstehe, dennlauter Zancken und böser Eifer, Neid und Haß, Verachtung,heimliche Ehrabschneidung, Verdammung, Frevel, Urtheil, Zorn,Geschrey, Bosheit und alles Uebel. Diesen Sententz streichet erzu den Ephesern 4, 31. 32. weiter aus und Philipp. 2, 1. 2.3. 4., allster aber überlauft er es nur kurtz.

So ist nun das die Meynung: Ich weiß, daß ihr Menschenseyd und möget Versucher werden, so einer vor dem andern willköstlicher und grösser angesehen werden, und wollt nicht gute Die-ner seyn der mannigfaltigen Gaben Gottes, die in euch sind.Doch kehret Fleiß an, daß ihr nicht zanckisch seyd, nicht haderisch,einer dem andern nicht übel rede, beisset euch nicht unter einan-der, und verwilliget nicht in eine solche Versuchung-, sondern, wieich gesagt, dienet unter einander durch die Liebe, ein jeder in derGabe, darinnen er überflüssig ist, der im Lehren, der andere imGeben, als Röm. 12, 3., weiter stehet, aber nicht also, daß sichder, so andere lehret, aufblasen wollte wider den, der geben kann,vielleicht darum, daß er nicht gegeben hat, wie viel er gerne wolltehaben. Auch der soll sich nicht aufblasen, der geben mag, widerden, so ihm scheinet, als dürste er seiner Lehre nichts; also auchin allen andern Gaben. Den», wie ich gesagt, so ist dieser Ueber-muth zu nahest denen, die etwas vermögen, und sich berühmen,daß sie anderer Leute Hülfe wohl entbehren können, und dienenalso nichr unter einander mit der Liebe, sondern werden verzehretunter einander durch gleiche Verachtung,- Haß, Hoffart undSchmähung:c.

16. Ich sage aber davon, wandelt im Geiste, so werdet ihr dieLüste des Fleisches nicht vollbringen.

Er will sprechen: Das, was ich gesagt habe, daß ihr euchnicht beissen und fressen sollet, ist eben so viel, daß ich will, daßihr im Geist sollt wandeln; alsdenn so wird geschehen, daß ihrsolche Dinge nicht vollbringen werdet. Ich weiß, daß in euchsolche Begierden zuzeiten erwachsen; aber ihr solltet ihnen nichtgehorchen, sondern wandelt im Geiste, das ist, nehmet zu, undwerdet immerzu geistlicher. Beissen wird hier genommen fürschänden und lästern; durch Fressen sollt du verstehen Rache undUnterdrückung des einen Theils; durch verzehret werden beyderVerderbniß.

So mcrcke nun aus die Kraft des Worts: nicht vollbrin-gen, spricht er. Denn unter thun und vollbringen die Lüste des