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9 (1828)
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95
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Leichenpredigt über Lnc> 7, 11 16. 95

jedermann, so gegenwartig gewesen, mit leiblichen Augen gesehen,daß der Wittwe Sohn todt gewest; aber durch dieses einige Wortvom Herrn Jesu Christo ist er auferwecket und wieber lebendigworden, gleich als hatte er nur auf einem Bette geschlafen.Nun zeugen aber der heiligen Propheten und Aposteln und un-sers lieben Herrn Christi eigene Predigten allenthalben, daß er,der Sohn Gottes, eben solch Werck mit allen wolle üben, die anihn glauben; nemlich, daß er sie im Tod nicht lassen, sondernaus dem Tod, durch sein Wort, zum ewigen Leben wolle aufer-wecken; wie er sagt, Joh. 5, 25 29: Es kommt die Stunde,in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden des SohnesGottes Stimme hören, und werden hervorgehen, die da Gutesgethan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber Uebels ge-than haben, zur Auferstehung des Gerichts. Daher sprechen undbekennen wir auch in unserm heiligen Christlichen Glauben: Ichglaube eine Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.Daß also wir nicht allein das sollen glauben, daß, wie der HerrJesus der Wittwe Sohn hie auferwecket hat, so werbe er unsund alle Christen auch auferwecken; sondern, wir sollen noch mehrglauben, nemlich, daß er uns zum ewigen Leben werde aufer-wecken, da dieser nur in diß zeitliche Leben ist auferwecket wor-den. Aus diesem Grund führet der heilige Paulus seine Ver-Mahnung und Lehre, da er an die Thessalonicher, 1. Epist. 4, 13.also schreibt: Ich will euch nicht verhalten von denen, die daschlafen, auf daß ihr nicht traurig seyd, wie die andern, die keineHoffnung haben. Mit diesen Worten macht St. Paulus erst-lich einen grossen Unterscheid zwischen den Christen und allen an-dern Menschen, und schleußt kurtzum: Was nicht Christen sind,das ist, die an Christum nicht glauben, ihn nicht für ihren Hei-land halten und allein durch sein Sterben Vergebung der Sün-den und ewiges Leben nicht gewarten, die haben keine Hoffnung;können weder für ihre Person, noch andere Leute, einigen Trostim Tode haben; sie müssen im ewigen Tod bleiben und ver-dammt seyn. Derohalben es wohl von nöthen wäre, daß sieselbst und andere mit ihnen, um solcher ewigen Noth willen,weineten und sich bekümmerten. Aber dagegen sind die Christenein sonderlich Volck mit einem herrlichen und köstlichen Schmuckgezieret. Denn sie haben eine Hoffnung und können sich trösten,nicht allein, wenn andere liebe Leute ihnen durch Absterben ent-fallen, sondern auch wenn sie selbst sterben sollen. Solche Hoff-nung ist aber nicht eine Welthoffnung, wie man siehet, daß zu-