Predigt am neunzehnten Sonntage nach Trinitatis. Z7
schädlicher Mensch. Das ist gewest euer voriger Wandel, da ihrnoch lauter Heyden und Unchristen wäret; darum müsset ihr ihnnun fort ganz ablegen, und weit von euch thun, oder werdetnicht Christen bleiben können: denn es leidet sich nicht beyeinan-der, die Gnade Christi und Vergebung der Sünden glauben undrühmen, und doch wollen der Sünden folgen, und in dem vori-gen alten, unchristlichen Leben und Wandel des Irrthums, undverderblichen Lüsten bleiben.
Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, und zie-het den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffenist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.
Gleichwie wir sollen den alten Menschen ablegen, also willer, daß wir dagegen den neuen anziehen, daß wir von Tage zuTage je mehr neue Menschen werden; welches geschieht also, daßwir erstlich erlöset, von dem Irrthum, (oder den irrigen Gedan-ken und Dünckel der verderbten Natur, so da Gott nicht rechtkennet, noch von ihm dencket, weder fürchtet noch glaubet,) nundurch Gottes Wort rechte Gedancken von ihm fassen, und imHertzen haben, daß wir feinen Zorn fürchten wider die Sünde,und trauen auf seine Gnade mit rechtem Glauben, daß er unsum Christi willen die Sünde vergeben, und so wir denselben an-rüsten, auch dawider starken und Kraft verleihen wolle, derselbenzu widerstehen und überwinden, und solcher Glaube in uns zu-nehme und wachse.
Da heisset er erstlich: Erneuert werden im Geist des Ge-müths, das ist, immer zunehmen und gestarcket werden imangefangenen rechten gewissen Verstand und klaren ErkenntnißChristi, wider den Irrthum und falschen Dünckel. Wer nunalso crneuret wird (spricht er), das ist nun ein solcher Mensch,der da nach Gott geschaffen ist, in rechter oder wahrhaftiger Ge-rechtigkeit und Heiligkeit. Im alten Menschen ist nichts dennIrrthum, dadurch ihn der Teufel in Verderben führet. Aber derneue Mensch hat dagegen den Geist und Wahrheit, dadurch dasHertz erleuchtet wird, welche bringet mit sich Gerechtigkeit undHeiligkeit, daß der Mensch Gottes Wort folget, und Lust hat zugutem göttlichem Wandel und Leben w. Wie dagegen aus demIrrthum folget Lust und Liebe zu Sünden und aller Untugend.Solcher neuer Mensch ist geschaffen nach Gott, als ein BildGottes; das muß seyn ein ander Mensch, denn solche, die in Irr-thum und Lüsten leben, ohne Gottes Erkenntniß und Gehorsam;denn, so er Gottes Bild seyn soll, so muß auch in ihm seyn