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Anregungen für philosophisch-wissenschaftliche Forschung und dichterische Begeisterung
Entstehung
Seite
728
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mußte das Seil über einen Abgrund gespannt, unddas Kind, für den Fall des Gleitens, vom unver-meidlichen Tode sicher seyn. Wenn ich den Jüng-ling vor Versuchungen der Wollust hüte, so lernter keineswegs seine Leidenschaft besiegen; dieß lernter nur, indem er sich übt, der wirklich bestehendenVersuchung zu widerstehen, u. s. w. Wer möchteaber solches an seinem Kinde wagen? Dervollkommenst Erzogene geht daher nicht aus dersorgfaltigsten, planmäßigsten Erziehung hervor; son-dern aus dem Zusammenflüsse von tausenderlei feind-lich auf ihn einwirkenden, zugleich aber ihn gleich-sam über sich selbst hinaus erhebenden Umstanden,wobei Glück und kraftige Natur ihm gestatteten,mit heiler Haut (wie man sich ausdrückt) durchzu-kommen. Den großen Mann erzieht sein groß-artiges Schicksal nur; aus diesem schöpft Jener seineKraft, wenn er darin nicht untergeht.

Die in der Naturgeschichte (besser Physeognosisgenannt) gelieferten Beschreibungen und angege-benen Kennzeichen, werden im Allgemeinen sehrfehlerhast aus Hypothesen entwickelt, und nicht,wie es doch seyn sollte, bloß und unmittelbar ausdem Erscheinen der Naturprodukte selbst herausgeho-hoben. Besonders gilt dieß von der, demkrystallometri-schen Klassisikationötypus entsprechenden, Oryktognosie.