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Anregungen für philosophisch-wissenschaftliche Forschung und dichterische Begeisterung
Entstehung
Seite
672
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Es ist eine sonderbare Ansoderung an die Phi-losophie, daß sie aus einem einzigen Prinzipeausgehen soll; indeß doch die Mathematik, dienur ein sehr beschrankter Theil der Philoso-phie ist, nicht aus einem Prinzipe, sondern ausmehr er n Axiomen abgeleitet wird, deren Kombi-nation erst zu Schlüssen führt, aus deren innigerVerkettung jene entzückende und imposante Plan-mäßigkeit, so wie Evidenz hervorgehen, wodurchdie Mathematik weit über das gesammte menschlicheWissen stolz emporragt.

Wer da etwa meint, es gehe die reine Ma-thematik aus rein apriorischen Prinzipien aus,der irrt sehr. Die Axiome der reinen Geometriez. B. können der Begriffe von Fläche, Linie, Punkt,nicht entbehren; wer würde nun aber je der Be-griffsersassung dieser Elemente geometrischer An-schauung fähig seyn, wenn er nicht, durch Gefühloder Gesicht, schon zuvor physische Flächen, Li-nien und Punkte perzipirt, und, erst von da aus,die Begriffe von mathematischer Fläche, von mathe-matischer Linie, von mathematischem Punkte, durchAbstraktion, in seinem Innern hervorgerufen hätte?

Was mag wohl härter seyn: Unbedingt einemEinzigen gehorchen müssen, oder, ausgefordert wer-