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Anregungen für philosophisch-wissenschaftliche Forschung und dichterische Begeisterung
Entstehung
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Gefühle als auf klarem Begriffe, und ist inder Laufbahn der höhern LebenSverhältniffe von derallerersten Wichtigkeit, muß weit mehr geübt wer-den, als die Funktion des trocknen Verstandes,von welchem allein geleitet, man in den höhernund zartem Lebensverhaltnissen eine erbärmliche Rollespielen möchte.

Es ist höchst auffallend, und laßt für die be-reits bestehen sollende Grundlegung der Philosophiewenig Günstiges vermuthen, daß noch nicht einmaldie so häufig vorkommenden Ausdrücke Verstandund Vernunft, ihrer eigentlichen Bedeutung nach,bestimmt find. — sud Melioe lis est. —

Das Mannigfaltige als harmonische Ge-sammtheit vernehmen; — in dem Mannigfaltigennur ein Einziges, allen Modifikationen zu Grundeliegend, erblicken; dieß find zweierlei, aber, ihrernahen Verwandtschaft unter sich wegen, leicht zuverwechselnde Anschauungsweisen. Möchten dieseit Jahrtausenden mißlungenen häufigen Versuchein der Philosophie, die gesummte Viclerleiheitauf ein Einziges zu reduzircn, nicht zu der Ver-muthung führen, als wohne uns ein Streben nachharmonischem Gesammterfassen des Man-nigfaltigen ursprünglich inne, welches bisher