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Anregungen für philosophisch-wissenschaftliche Forschung und dichterische Begeisterung
Entstehung
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560
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B e g e h r u n g s v e r m d g e n.

Das Begchrungsvcrmögcn wird gewöhnlich inein höheres und niedreres abgetheilt, wo dannzu lctzterm alle Triebe und Leidenschaften ge-rechnet werden. Den Unterschied zwischen dem hö-hern und niedrem Begehrungsvermögcn bezieht manauf das Objekt des Begehrens, ob nemlich selbesübersinnlich oder sinnlich sey, u. s. w. Indiesen Ansichten liegt aber die falsche Voraussetzung,als ob die Leidenschaften sich bloß auf sinnlicheObjekte bezögen, da doch sehr häufig jene sich aufübersinnliche Gegenstande beziehen. — Die Lei-denschaft des Hasses und der Rache kann dahingehen. Jemanden zu kränken, und zwar auf eineWeise, die bloß auf dessen Gemüth einwirkt, wo-bei alle Sinnengegenstände unberührt bleiben. — Eskonnte Jemand der Philosophie so leidenschaftlichnachhängen, daß er darüber alle übrigen Pflichtenvergesse. —' u. s. w. <— Zweckmäßiger wäre esdaher, das Begehrungsvermügen nach Maaßgabedes Motivs oder Beweggrundes am jedesma-ligen Begehren einzutheilen, als nach dem Objektedes Begehrens. Dann zerfiele aber das Begeh-rungsvermögen in das Vermögen nach bewußtemMotive zu begehren, und in das Vermögen nach