Druckschrift 
Anregungen für philosophisch-wissenschaftliche Forschung und dichterische Begeisterung
Entstehung
Seite
550
Einzelbild herunterladen
 

550 —

beziehenden Erscheinungen, die verwickelrsten Kom-binationcn unter den Ausdrücken des Gewichts, derLinie und der Zeit, zu erblicken vermag.

Geometer, Philosoph, Dichter.

„Doch wenn wir dich unter uns zählen sollen,„So mußt du das Schönste, dns Beste, wollen."

Gvtyc w. o. Dyvan.

Der Geometer findet zwar Wahrheit; al-lein sein nüchternes Streben erhebt sich auch nichtüber die Quantität hinaus.

Der Philosoph strebt zwar nach Wahrheitin der Unendlichkeit des Seynö an sich; alleinwie wenig erlangt er von seinem Zwecke.

Der Dichter strebt nach Schönheit in Al-lem und All, und erlangt sie, begeistert sichund andere so viel es der Busen zu fasten vermag.

Wer steht nun unter den dreien am Hö chsten?der in beschrankter Sphäre Alles findendeGeometer? oder der in unendlicher Sphärehöchst wenig findende Philosoph? oder derin unendlicher Sphäre unendlich Vieles fin-dende Dichter?

Unbezweifelt der L eß te; wenigstens in so lange,als es nicht ausgemacht ist, daß Befriedigung des