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oultäten, möglich sey? 2° daß der Verstand alleines sey, der nie irret "), oder auch nur, daßer wenigern Tausch un gen unterworfen sey, alsdie übrigen uns für Affirmation oder Negation zmkommenden Fähigkeiten? So lange die Affirmativeauf diese Fragen nicht erwiesen ist, mögen wir Nie-wanden rathen, sich gutwillig, nach den Anforde-rungen einer isolirt gefetzten Logik, knebeln zu las.sen, und auf die freie gesammte höhermenschlicheManifestation, beim Akte des Forschenö, Verzichtzu leisten. Wer möchte wohl so toll seyn, aus demVorrathe seiner fünf Sinne, vier derselben verstüm-meln zu lassen, um in Zukunft nur mehr mit demeinen übriggebliebenen Sinne zu perzipircn, wennnicht außerordentliche Vortheile aus solch einer Ver-stümmelung mit voller Gewißheit zu erwarten stün-den. Und ist dieß etwa nicht eine mora-lische Selbstverstümmelung, wenn ich, mitVerdrängung jeder innern Aufregung,dem Verstände das ausschließliche Mono-pol freier Thätigkeit gestatte?
Im Vortrage der Logik unterscheidet man, ineinem Urtheile, gewöhnlich Subjekt und Prä-dikat von einander; wir aber behaupten, es gäbeeigentlich gar kein Subjekt, sondern bloße Prä-
*) Der Kürze wegen wird öfters, statt Verstand undVernunft, bloß Verstand gesagt.