Druckschrift 
Anregungen für philosophisch-wissenschaftliche Forschung und dichterische Begeisterung
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

— 58 —

gewissen Seite des Beschränkten, mein Selbstge-fühl von UnbedingtheitStendenz in hohem Gradeerlischt.

Neid. Er ist ein meiner SeitS ausgesproche-nes Streben, den mit mir in gleiche Kategorie desBeschranktseyns Gestellten (meinen Nebenmenschen)von dem Mitgenuße an demjenigen auszuschließen,das mir wünschenswerlh für mich erscheint. Dnrchdieses Ausschließen setze ich nun nothwendig zugleicheine Schranke, vor deren Festhaltung mein Selbst-gefühl von Unbedingtheitötendcnz in hohem Gradeerlischt.

Völlerey. Sie ist das meiner Seits wu-chernde Streben, innerhalb der Sphäre des Be-schränkten überhaupt, das Objective so vielfach zusubjectiviren, daß, wo möglich, dnrch mein be-schränktes Ich alles objectiv Beschränkte ichlich um-wandelt (asstmilirt) würde (eine umgekehrte Unkeusch-heit) "); durch welches gierige Ersaßen des Be-

sehen achtungswerth und liebenswürdig machen. Da-her denn auch dem Celibate eine weit höhere Bedeu-tung entspricht, als dieß gewöhnlich genommen wird.

*) Interessant ist hier die Bemerkung, daß auch soma-lisch eine nicht zu verkennende Beziehung zwi-schen Ernährung und Begattung ausgedrücktwerde, und eine große Änalogie im Baue der Or-gane der Verdauung und der Organe der