wenig zu einer richtigen Interpretation der Bedeu-tung, des Sinnes, aller Erscheinung in und außermir.— Ich behaupte übrigens, daß das Philoso-phiren jedes Einzelnen unter uns wesentlich nurden Zweck habe, sich im Philosophiren zuüben; ferner, daß zwar durch solche Uebung Mancheres im Philosophire n zu einem hohen Grade vonFertigkeit bringen könne, daß es aber nie Einemunter uns gelingen werde, eine vollendete Phi-' losophie zu konstruiren, gleichsam ein abgeschlos-senes Schema, wornach jeder einzelne Fall, wie dasspezielle Rechnungöresultat aus allgemeinen Formeln,Rechenknechten, Tabellen n. s. w. hervorginge; jedevorgenommene philosophische Bearbeitung ist viel-mehr als eine für sich abgesondert betrachtete, adc>vo durchzuführende eigenthümliche Ausgabedes Philosophircns zu behandeln. Aus der Ge-schichte der Philosophie laßt sich die Wesenheit undder Grad der dem Menschen überhaupt eigenthüm-lichen philosophischen Produkcivkrast genugsam ab-strahlen, um obige Behauptung mit praktischerEvidenz zu rechtfertigen. Uebrigens kann Nie-mand von seiner aufgestellten Philosophie deren all-gemeine Gültigkeit je darthun, d. h. eskann jede aufgestellte Philosophie immer nur alsPartikularphilosophie sich behaupten; da jasonst irgend Jemand müßte erweisen können, daßjene Vernunft, aus welcher seine Philosophie ent-
Druckschrift
Anregungen für philosophisch-wissenschaftliche Forschung und dichterische Begeisterung
Seite
4
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten