Druckschrift 
15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
Entstehung
Seite
331
Einzelbild herunterladen
 

331

Und sein holdes, licbscliges Licht,

Erleuchtend und wärmend,

Uber Land und Meer.

Glockenklängc zogen feierlichHin und her, zogen wie Schwäne,An Rosenbändcrn/ das gleitende Schiff,Und zogen es spielend ans grüne Ufer,Wo Menschen wohnen, in hochgethürmtcr,Nagender Stadt.

O Friedcnswnndcr! Wie still die Stadt!Es ruhte das dumpfe GeräuschDer schwatzenden, schwülen Gewerbe,Und durch die reinen, hallenden StraßenWandelten ^ Menschen, weißgekleidete,Palmzweig-tragcnde,

Und wo sich Zwei begegneten,

Sahn sie sich an, verständnisinnig,Und schauernd, in Liebe und süßer Entsagung,Küssten sie sich auf die Stirnc,

Und schauten hinaufNach des Heilands Sonncnherzcn,

Das freudig versöhnend sein rothcs BlutHinuntcrstrahltc,

Und drcimalsclig sprachen sie:

Gelobt sei Jesus ^ Christ!"

Hättest du doch dies Traumbild ersonnen,Was gäbest du drum,

Gclicbtcstcr!

1) Am Nosenl'andc,

2) Zogen2) Jesu