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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
Entstehung
Seite
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Also dachte Donna Clara,

Und sie schantc auf den Boden;

Wie sie aufblickt, steht der schöne,Unbekannte Ritter vor ihr.

Händcdrückcnd, licbcflüsterndWandeln sie umher im Mondschein.Und der Zcphhr schmeichelt freundlich,Märchcnartig grüßen Rosen.

Märchcnartig grüßen Rosen,

Und sie glühn wie Liebcsbotcn. —

Aber sage mir, Geliebte,

Warum dn so Plötzlich roth wirst?

„Mücken stachen mich, Geliebter,Und die Mücken sind im SommerMir so tief ncrhasst, als waren'sLangenas'gc Zndcnrotten."

Lass die Mücken und die Juden,Spricht der Ritter, freundlich kosend.Bon den Mandclbänmen fallenTausend weiße Blüthcnflockcn.

Tausend weiße BlüthcnflockcnHaben ihren Duft ergossen. —

Aber sage mir, Geliebte,

Ist dein Herz mir ganz gewogen?

„Ja, ich liebe dich, Geliebter,

Bei dem Heiland sei's geschworen,Den die gottverfluchten IndenBoshaft tückisch einst ermordet."

Heine's Werke. Bd. XV. Itz