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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
Entstehung
Seite
124
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Sic zögern. Ich beschwör' euch bei dem WorteDes Geisteroberhaupts, bei diesem Zeichen,

Das euch erzittern macht, beim Willen Dessen,Der nimmer stirbt, steigt auf! Steigt ans! Erscheint!

(Pause.)

Sie zögern. Geister in der Erd' und Luft!Ihr sollt nicht spotten meiner. Ich beschwör' euchBei noch viel mächt'grer Macht, beim Talisman,Den ausgeheckt einst der verdammte Stern,Der nun, ein Trümmcrbrand zerstörter Welt,Wie eine Holl' im ew'gen Räume wandelt;

Doch frommt es nicht. Den Menschen that ich Gutes,Und mir geschah auch Gutes, selbst von Menschen.

Doch frommt Das nicht. Ich hatte meine Feinde,Ich sank vor Keinem, Mancher sank vor mir.

Doch frommt es nicht. Denn Gutes, Böses, LebenMacht Leidenschaft, wie ich's bei Andern sehe,

Das war bei mir wie Regen ans den Sand,

Seit jener grausen Stund'. Ich fürchte Nichts,

Mich quält der Fluch, dass ich Nichts fürchten kann,

Kein stärkreS Pochen fühl', von Hoffnung, Wünschen,Sehnsucht nach einem Wesen dieser Erde.

Mein Werk beginn'!

Geheimnisvolle Mächte!

Ihr Geister dieses unbegrenzten Weltalls!

Ihr, die ich stets gesucht in Licht und Dunkel!

Ihr, die den Erdball rings nmwebt, und luftigIm Hauche wohnt; ihr, die als LieblingsplätzeEuch ausgesucht die steilsten Bcrgcsgipfel;

Ihr, die in Erd- und Meerabgründen Hanset,

Euch ruf' ich her kraft des geschriebnen Zaubers,Der euch mir unterjocht. Steigt auf! Erscheint!

lPause.)