Druckschrift 
15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen
 

Nach Frankreich zogen zwei Grenadier',Die waren in Russland gefangen.Und als sie kamen ins deutsche Quartier,Sie ließen die Köpfe hangen.

Da hörten sie Beide die traurige Mähr:Dass Frankreich verloren gegangen,

Besiegt und zerschlagen das große Heer, —Und der Kaiser, der Kaiser gefangen.

Da weinten zusammen die Grenadier'Wohl ob der kläglichen Kunde.

Der Eine sprach: „Wie weh wird mir,Wie brennt meine alte Wunde!"

Der Andre sprach: „„Das Lied ist aus,Auch ich möcht' mit dir sterben,

Doch Hab' ich Weib und Kind zu Haus,Die ohne mich verderben.""

„Was schert mich Weib, was schert mich Kind,Ich trage weit bcssres Verlangen;

Lass sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind, —Mein Kaiser, mein Kaiser gefangen!