6.
Lied des Gefangenen/
Als meine Großmutter die Life behext,
Da wollten die Lcut' sie verbrennen.
Schon hatte der Amtmann viel Dinte vcrklext,
Doch wollte sie nicht bekennen.
Und als man sie in den Kessel schob,
Da schrie sie Mord und Wehe;
Und als sich der schwarze Qualm erhob,
Da flog sie als Rab' in die Höhe.
Mein schwarzes, gefiedertes Großmütterlein!O komm mich im Thurmc besuchen!
Komm, fliege geschwind durchs Gitter herein,Und bringe mir Käse und Kuchen.
Mein schwarzes, gefiedertes Großmüttcrlein!O möchtest du nur sorgen,
Dass die Muhme nicht auspickt die Augen mein,
Wenn ich luftig schwebe morgen.
") Mit der Überschrift: „Lied des gefangenen Räubers" zuerst abaedruSt in den„Gedichten," 1822.