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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
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O Madonna! deine AugenLeuchten mir wie Stcrnenlichtcr;Lebensschifflein treibet irre,

Sterlcin leiten ewig sicher.

O Madonna! sonder WankenTrug ich deine Schmcrzenprüfnng,Frommer Minne blind vertrauend,Nur in deinen Glnthcn glühend.'

O Madonna! hör' mich heute,Gnadcnvollc, wundcrreiche,"Spende mir ein Hnldcszeichcn,Nur ein leises Hnldcszeichcn!"

Da thät sich ein schauerlich Wunder bekunden,Wald und Kapell' sind ans einmal verschwunden,Knabe nicht wusstc, wie ihm gcschchn,

Hat Alles auf einmal umwandelt ° gcschn.

Und staunend stand er im schmucken Saale,Da saß Madonna, doch ohne Strahlen;

Sic hat sich verwandelt in liebliche Maid,Und grüßet und lächelt mit kindlicher Freud'.

Und sieh! vom blonden' LockcnhauptcSic selber sich eine Locke raubte,

Und sprach zum Knaben mit himmlischem Ton:Nimm hin deinen besten Erdenlohn!" ^

Heine's Werke. Bd. XV. 5