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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
Entstehung
Seite
55
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Morgens steh ich auf und frage:Kommt Feinsliebchen heut?

Abends sink' ich hin und klage:Ausblieb sie auch heut.

In der Nacht mit meinem KummerLieg' ich schlaflos, wach;

Träumend, wie im halben Schlummer,Wandle ich bei Tage

6."

Es treibt mich hin, es treibt mich her!

Noch wenige Stunden,' dann soll ich sie schauen,Sie selber, die schönste der schönen Zungfrauen;Du treues Herz, was Pochst du so schwer! ^

Die Stunden sind aber ein faules Volk!Schleppen sich behaglich träge,

Schleichen gähnend ihre Wege;

Tummle dich, du faules Volk!

Tobende Eile mich treibend crfasst!

Aber wohl niemals liebten die Hören;

Heimlich im grausamen Bunde verschworen,

Spotten sie tückisch' der Liebenden Hast.