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15 (1862) Dichtungen : Th. 1, Buch der Lieder
Entstehung
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ein ganzes Jahr gezaudert, che ich mich zur flüch-tigen Durchsicht desselben entschließen konnte. Beiseinem Anblick erwachte in mir all jenes Unbe-hagen, das mir einst vor zehn Jahren, bei derersten Publikation, die Seele beklemmte. Verstehenwird diese Empfindung nur der Dichter oder Dich-terling, der seine ersten Gedichte gedruckt sah. ErsteGedichte! Sie müssen auf nachlässigen, verblichenenBlättern geschrieben sein, dazwischen hie und damüssen welke Blumen liegen, oder eine blondeLocke, oder ein vcrfärbtes Stückchen Band, undan mancher Stelle mnss noch die Spur einerThräne sichtbar sein . . . Erste Gedichte aber, diegedruckt sind, grell schwarz gedruckt auf entsetzlichglattem Papier, diese haben ihren süßesten, jung-fräulichsten Reiz verloren, und erregen bei demVerfasser einen schauerlichen Missmuth.

Ja, es sind nun zehn Jahre, seitdem dieseGedichte zuerst erschienen, und ich gebe sie, wiedamals, in chronologischer Folge, und ganz voranziehen wieder Lieder, die in jenen früheren Jahrengedichtet worden, als die ersten Küsse der deutschenMuse in meiner Seele brannten. Ach, die Küssedieser guten Dirne verloren seitdem sehr Viel vonihrer Glnth und Frische! Bei so langjährigem Ver-hältnis muffte die Inbrunst der Flitterwochen all-