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8 (1862) Französische Zustände : Th. 1
Entstehung
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der Adel, als er seine waffcnhcrrliche Unabhängig-keit einbüßte, dnrch die seidenen Künste der Kour-tisancrie abzugewinnen wusste; Konstitutionen, dieals ungeschriebene Gewohnheitsrechte tiefer begrün-det sind als die gedrucktesten Löschpapicrvcrfassungcn;Konstitutionen, deren Kodex jeder Krautjunker aus-wendig weiß, und deren Aufrechthaltnng unter diebesondere Obhut jeder alten Hofkatzc gestellt ist;Konstitutionen, wovon auch der absoluteste Könignicht das geringste Titelchen zu verletzen wagt —ich spreche von der Etikette.

Durch die Etikette liegen die Fürsten ganz inder Gewalt des Adels, sie sind unfrei, sie sind unzu-rechnungsfähig, und die Treulosigkeit, die einigederselben bei den letzten Ordonanzen des Bundes-tags beurkundet, ist, wenn man sie billig beurthcilt,nicht ihrem Willen, sondern ihren Verhältnissenbeizumessen. Keine Konstitution sichert die Rechtedes Volks, so lange die Fürsten gefangen liegenin den Etiketten des Adels, der, sobald die Kastcn-intercsscn ins Spiel kommen, alle Privatfcindschaftenbei Seite setzt und als Korps verbündet ist. Wasvermag der Einzelne, der Fürst, gegen jenes Korps,das in Jntrigucn geübt ist, das alle fürstlichenSchwächen kennt, das unter seinen Mitgliedernauch die nächsten Verwandten des Fürsten zählt.