Druckschrift 
8 (1862) Französische Zustände : Th. 1
Entstehung
Seite
269
Einzelbild herunterladen
 

269

mich nächstens zu einer gründlichen Besprechungdesselben entschließen. Wahrlich, es geschieht nichtaus Privatgcfühlen; ich glaube es in der jüngstenZeit bewiesen zu haben, dass meine Bcfchdung nurdie Principien und nicht leiblich unmittelbar diePerson der Gegner betrifft. Die Enragäs desTages haben mich dcsshalb in der letzten Zeit alseinen geheimen Bundesgenossen der Aristokraten ver-schrien, und wenn die Insurrektion vom 5. Juninsnicht scheiterte, wäre es ihnen leicht gelungen, mirden Tod zu bereiten, den sie mir zugedacht. Ichverzeihe ihnen gern diese Narrheit, und nur inmeinem Tagsbericht vom 7. Zunius ist mir einWort darüber entschlüpft. Der Parteigeist istein eben so blindes wie rasendes Thier.

Es ist aber mit dem deutschen Adel eine sehrschlimme Sache. Alle Konstitutionen, selbst die beste,können uns Nichts helfen, so lange nicht das ganzeAdclthum bis zur letzten Wurzel zerstört ist. Diearmen Fürsten sind selbst in der größten Noth,ihr schönster Wille ist fruchtlos, sie müssen ihrenheiligsten Eiden zuwider handeln, sie sind gezwun-gen, der Sache des Volks entgegen zu wirken, miteinem Worte: sie können den beschworenen Konsti-tutionen nicht treu bleiben, so lange sie nicht vonjenen älteren Konstitutionen befreit sind, die ihnen