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8 (1862) Französische Zustände : Th. 1
Entstehung
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geben, ohne sie bis in allen ihren Konsequenzendurchgefochten zu haben. Wir Deutschen, die wirin unserer Kunstzcit die kleinste ästhetische Streit-frage, z. B. über das Sonett, gründlichst aus-gestritten, wir sollten jetzt, wo unsere PolitischePeriode beginnt, jene wichtigere Frage nnerörtcrtlassen?

Zu solcher Polemik haben uns die Franzosennoch ganz besondere Waffen geliefert; denn wirhaben Beide, Franzosen und Deutsche, in der jüng-sten Zeit viel von einander gelernt; jene habenviel deutsche Philosophie und Poesie angenommen,wir dagegen die politischen Erfahrungen und denpraktischen Sinn der Franzosen; beide Völker glei-chen jenen homerischen Heroen, die auf dem Schlacht-feldc Waffen und Rüstungen wechseln als Zeichender Freundschaft. Daher überhaupt diese großeVeränderung, die jetzt mit den deutschen Schrift-stellern vorgeht. In früheren Zeiten waren sieentweder Faknltätsgelehrtc oder Poeten, sie küm-merten sich wenig um das Volk, für dieses schriebKeiner von beiden, und in dem philosophischen,Poetischen Deutschland blieb das Volk von derplumpsten Denkweise befangen, und wenn es etwaeinmal mit seinen Obrigkeiten haderte, so war nurdie Rede von rohen Thatsächlichkcitcn, materiellen