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8 (1862) Französische Zustände : Th. 1
Entstehung
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dennoch keine so bedeutende Charaktere darstellenkönnen, und dass der Doktor Wirth wirklich leibtund lebt, ein zwar irrender, aber tapferer Ritterder Freiheit, wie Deutschland deren wenige gesehenseit den Tagen Ulrich's von Hutten.

Ist es wirklich wahr, dass das stille Tranm-land in lebendige Bewegung gerathen? Wer hätteDas vor dem Julius 1830 denken können! Goethemit seinem Eiapopeia, die Pietisten mit ihrem lang-weiligen Gcbetbüchcrton, die Mystiker mit ihremMagnetismus hatten Deutschland völlig eingeschlä-fert, und weit und breit, regungslos, lag Alles undschlief. Aber nur die Leiber waren schlafgebunden;die Seelen, die darin eingekerkert, behielten ein son-derbares Bewusstscin. Der Schreiber dieser Blät-ter wandelte damals als junger Mensch durch diedeutschen Lande und betrachtete die schlafenden Men-schen; ich sah den Schmerz ans ihren Gesichtern,ich studierte ihre Physiognomien, ich legte ihnen dieHand aufS Herz, und sie fingen an nachtwandlcr-haft im Schlafe zu sprechen, seltsam abgebrocheneReden, ihre geheimsten Gedanken enthüllend. DieWächter des Volks, ihre goldenen Nachtmützen tiefüber die Ohren gezogen, und tief eingehüllt inSchlafröcken von Hermelin, saßen ans rothcn Pol-sterstühlen, und schliefen ebenfalls, und schnarchten