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wenn Einem beständig das Sichelwetzcn des Todes allzu ver-nehmbar ans Ohr klingt. Ein mehr körperliches als geisti-ges Unbehagen, dessen man sich doch nicht erwehren konnte,würde mich mit den andern Fremden ebenfalls von hierverscheucht haben; aber mein bester Freund lag hier krankdarnieder. Ich bemerke Dieses, damit man mein Zurückbleibenin Paris für keine Bravade ansehe. Nur ein Thor konntesich darin gefallen, der Cholera zu trotzen. Es war eineSchrcckcnszeit, weit schauerlicher als die frühere, da die Hin-richtungen so rasch und so geheimnisvoll stattfanden. Eswar ein verlarvter Henker, der mit einer unsichtbaren (Zuil-lotino ambulante durch Paris zog. „Wir werden Einernach dem Andern in den Sack gesteckt!" sagte seufzend meinBedienter jeden Morgen, wenn er mir die Zahl der Tobtenoder das Verscheiden eines Bekannten meldete. Das Wort„in den Sack stecken" war gar keine Redefigur; es fehltebald an Särgen, und der größte Thcil der Tobten wurdein Säcken beerdigt. Als ich vorige Woche einem öffentlichenGebäude vorbeiging und in der geräumigen Halle das lustigeVolk sah, die springend munteren Französchcn, die nied-lichen Plaudertaschen von Französinnen, die dort lachendUnd schäkernd ihre Einkäufe machten, da erinnerte ich mich,dass hier während der Cholerazeit, hoch auf einander ge-schichtet, viele hundert weiße Säcke standen, die lauter Leich-name enthielten, und dass man hier sehr wenige, aber destofatalere Stimmen hörte, nämlich wie die Leichenwächter mitunheimlicher Gleichgültigkeit ihre Säcke den Todtengräbernzuzählten, und Diese wieder, während sie solche auf ihreKarren luden, gedämpfteren Tones die Zahl wiederholtenoder gar sich grell laut beklagten, man habe ihnen einenSack zu wenig geliefert, wobei nicht selten ein sonderbares