Druckschrift 
8 (1862) Französische Zustände : Th. 1
Entstehung
Seite
165
Einzelbild herunterladen
 

für das Wesentliche der Revolution halten, will ichso genau als möglich den Hauptbegrisf feststellen.

Wenn die Geistesbildung und die daraus ent-standenen Sitten und Bedürfnisse eines Volkes nichtmehr im Einklänge sind mit den alten Staatsin-stitutioncn, so tritt es mit diesen in einen Noth-kampf, der die Umgestaltung derselben zur Folgehat und eine Revolution genannt wird. So langedie Revolution nicht vollendet ist, so lange jeneUmgestaltung der Institutionen nicht ganz mit derGeistesbildung und den daraus hervorgegangenenSitten und Bedürfnissen des Volkes übereinstimmt,so lange ist gleichsam das Staatssiechthum nichtvöllig geheilt, und das krank überreizte Volk wirdzwar manchmal in die schlaffe Ruhe der Abspan-nung versinken, wird aber bald wieder in Fieber-hitze gerathen, die festesten Bandagen und die gut-müthigste Charpie von den alten Wunden abreißen,die edelsten Krankenwärter zum Fenster hinauswerfen,und sich so lange schmerzhaft und missbchaglichhin und her wälzen, bis es sich in die angemessenenInstitutionen von selbst hineingefunden haben wird.

Die Fragen, ob Frankreich jetzt zur Ruhegelangt, oder ob wir neuen Staatsvcrändcrungenentgegensehen, und endlich, welch ein Ende dasAlles nehmen wird- diese Fragen sollten eigentlicher