wichtige Rolle spielen muss, von seinem Charakterzu erwarten steht. Über letztern sind aber die Mei-nungen verschieden, ja entgegengesetzt. Die Einensagen, der Herzog von Orleans sei gänzlich bor-niert, gcistcsblödc, stumpfsinnig, sogar in seinerFamilie heiße er g-ranä ponlot, dabei sei er den-noch mit absolutistischen Neigungen behaftet, manch-mal bekomme er sogar Anfälle von Herrschwuth,so habe er z. B. halsstarrig darauf bestanden, dassihn sein Vater zur Zeit der Onvricr-Emcuten nachLyon gehen lasse, denn sonst käme ihm der Herzogvon Reichstädt zuvor u. s. w. Andere hingegensagen, Se. königliche Hoheit der Kronprinz sei lau-ter Herzensgute, Wohlgcsinnung und Bescheiden-heit; er sei ein sehr vernünftiger junger Mensch,der die angemessenste Erziehung und den bestenUnterricht genossen; er sei voll Muth, Ehrgefühlund Frcihcitslicbc, wie er denn oft seinem Vaterein liberales System dringend anrathe; er sei ganzohne Falsch und Groll, er sei die Liebenswürdig-keit selbst, und räche sich an seinen Feinden amliebsten dadurch, dass er ihnen beim Tanze die hüb-schen Mädchen wcgkapcrc"). Ich brauche wohl nichtzu sagen, dass solch wohlwollendes Urtheil von den
"l In der neuesten französischen Ausgabe ist der Schlussdieses Absatzes verändert, wie folgte „Das erstere Urtheil ist