dem Schlosse wieder niedcrriss, sah man weder Bc-festigungswcrke noch Schutzmancrn, weder Schanz-gräben noch Bastionen, sondern eitel Dummheit undBlumen. Der König hatte nämlich, bausüchtig wieer ist, den Einfall gehabt, vor dem Schlosse einenkleinen Garten für sich und seine Familie von demgrößern öffentlichen Garten abzuscheiden, diese Ab-schcidung war nur durch einen gewöhnlichen Gra-ben und ein Drahtgitterwcrk von einigen Fuß Höheausgeführt worden, und in den ausgestochenen Beetenstanden schon Blumen, eben so unschuldig wie jeneGartcnidce des Königs selbst.
Casimir Pcrier soll aber über diese unschuldigeIdee, die ohne sein Varmissen ausgeführt worden,sehr ärgerlich gewesen sein. Denn jedenfalls veran-lasst sie den gerechten Unmuth des Publikums überdie Verunstaltung des ganzen Gartens, eines Mei-sterstücks von Le Nötrc, das eben durch sein groß-artiges Ensemble so sehr imponiert. Es ist gerade,als wollte man einige Scenen aus einer Racine'-schcn Tragödie ausscheiden. Englische Gärten undromantische Dramen mag man immerhin ohne Scha-den, oft sogar mit Vortheil, verkürzen; Racinc'sPoetische Gürten aber mit ihren sublim langweiligenEinheiten, pathetischen Marmorgcstaltcn, gemessenenAbgängen und sonstig strengem Zuschnitt, eben so