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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
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unter einer groben Kutte wie unter einem feinenModefrack seinen Platz zu finden weiß. O! esist keine Übertreibung, wenn der Poet in seinemSchmerze ausruft: Das Leben ist eine Krankheit,die ganze Welt ein Lazarcth!

„Und der Tod ist unser Arzt —" Ach! ichwill nichts Böses von ihm reden, und nicht Andrein ihrem Vertrauen stören; denn da er der einzigeArzt ist, so mögen sie immerhin glauben, er seiauch der beste, und das einzige Mittel, das er an-wendet, seine ewige Erdkur, sei auch das beste.Wenigstens kann man von ihm rühmen, dass erimmer gleich bei der Hand ist und trotz seinergroßen Praxis nie lange aus sich warten lässt,wenn man ihn verlangt. Manchmal folgt er seinenPatienten sogar zur Procession, und trägt ihnendie Kerze. Es war gewiss der Tod selbst, den ichan der Seite eines blassen, bekümmerten Priestersgehen sah; in dünnen zitternden Knochenhändentrug er Diesem die flimmernde Kerze, nickte dabeigntmüthig besänftigend mit dem ängstlich kahlenKöpfchen, und so schwach er selbst auf den Beinenwar, so unterstützte er doch noch zuweilen den armenPriester, der bei jedem Schritte noch bleicher wurdeund umsinken wollte. Er schien ihm Muth einzu-sprechen: Warte nur noch einige Stündchen, dann