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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
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den Straßenecken standen lodernde Pechkränze auf-gepflanzt, und dann hatte auch jeder Geistliche nochseinen besonderen Kerzenträger zur Seite. Die Ka-puziner hatten meistens kleine Buben, die ihnendie Kerze trugen, und die jugendlich frischen Ge-sichtchcn schauten bisweilen recht neugierig vergnügthinauf nach den alten ernsten Bärtcn; so ein armerKapuziner kann keinen großen Kerzenträgcr besolden,und der Knabe, den er das Ave Maria lehrt, oderdessen Muhme ihm beichtet, muss bei Processioncnwohl gratis dieses Amt übernehmen, und es wirddarum gewiss nicht mit geringerer Liebe verrichtet.Die folgenden Mönche hatten nicht viel größereBuben, einige vornehmere Orden hatten schon er-wachsene Rangen, und die hochmützigcn Priesterhatten wirkliche Bürgersleute zu Kcrzenträgern.Aber endlich gar der Herr Erzbischof — dennDas war wohl der Mann, der in vornehmer Dc-muth unter dem Thronhimmel ging und sich dieGewandzipfel von greisen Pagen nachtragen ließ— Dieser hatte an jeder Seite einen Lakaien, dieBeide in blauen Livreen mit gelben Tressen prangtenund ceremoniös, als servierten sie bei Hof/ dieweißen Wachskerzen trugen.

Auf jeden Fall schien mir solche Kcrzenträgereieine gute Einrichtung, denn ich konnte dadurch um