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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
Seite
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zeugt bin, wären die Inden die größere Volks-menge und ihre Religion wäre die Staatsrcligion,so würde man obiges Gesinge mit dem Namen„Mauscheln" bezeichnen. Glücklicherweise konnteman es nur zur Hälfte vernehmen, indem hinterder Procession mit lautem Trommeln und Pfeifenmehrere Kompagnien Militär cinherzogen, so wieüberhaupt an beiden Seiten neben den wallendenGeistlichen auch immer je zwei und zwei Grena-diere marschierten. Es waren fast mehr Soldatenals Geistliche; aber zur Unterstützung der Religiongehören heut zu Tage viel' Bajonette, und wenngar der Segen gegeben wird, dann müssen in derFerne auch die Kanonen bedeutungsvoll donnern.

Wenn ich eine solche Procession sehe, wo unterstolzer Militär-Eskorte die Geistlichen so gar trüb-selig und jammervoll einherwandeln, so ergreift esmich immer schmerzhaft, und es ist mir, als säheich unseren Heiland selbst, umringt von Lanzen-trägern, zur Richtstättc abführen. Die Sterne vonLucca dachten gewiss wie ich, und als ich seufzendnach ihnen hinaufblickte, sahen sie mich so über-einstimmend an mit ihren frommen Augen, so hell,so klar. Aber man bedurfte nicht ihres Lichtes,tausend und abertausend Lampen und Kerzen undMädchengcsichter flimmerten ans allen Fenstern, an