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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
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Was ich in München darüber sprechen hörte,will ich übergehen; aber der Chronologie wegenmuss ich anführen, dass zu jener Zeit der Königvon Baicrn die Absicht aussprach, irgend einemdeutschen Dichter ein Zahrgehalt zu erthcilen, ohnedamit ein Amt zu verbinden, welches ungewöhnlicheBeispiel für die ganze deutsche Literatur von schönerFolge sein konnte. Man sagte mir —

Doch ich will mein Thema nicht verlassen, ichsprach von den Prahlereien des Grafen Platen,der beständig rief: Ich bin der Poet, der Poet derPoeten! ich werde Jliadcn und Odysseen dichtenu. s. w. Ich weiß nicht, was das Publikum vonsolchen Prahlereien hält, aber ganz genau weiß ich,was ein Dichter davon denkt, nämlich ein wahrerDichter, der die verschämte Süßigkeit und die ge-heimen Schauer der Poesie schon empfunden hat,und von der Seligkeit dieser Empfindungen, wieein glücklicher Page, der die verborgene Gunst einerPrinzessin genießt, gewiss nicht auf öffentlichemMarkte prahlen wird.

Man hat schon öfter den Grafen Platenwegen solcher Prahlhanscrcicn weidlich gehänselt,und er wnsste immer wie Falstasf sich zu entschul-digen. Bei solchen Entschuldigungen kommt ihmein Talent zu Statten, das außerordentlich in seiner