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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
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bei dem wahren Dichter aber ein Ereignis. Un-gleich dem wahren Dichter, ist die Sprache nieMeister geworden in ihm, er ist dagegen Meistergeworden in der Sprache, oder vielmehr auf derSprache, wie ein Virtuose auf einem Instrumente.Je weiter er es solcherart im Technischen brachte,desto größere Meinung bekam er von seiner Vir-tuosität; er wusste ja in allen Weisen zu spielen,er verschleierte ja die schwierigsten Passagen, erdichtete, so zu sagen, manchmal nur auf derG-Saite, und ärgerte sich, wenn das Publikumnicht klatschte. Wie alle Virtuosen, die solch ein-seitiges Talent ausgebildet, strebte er nur nachApplaudissement, sah er mit Ingrimm auf denRuhm Anderer, beneidete er seine Kollegen umihren Gewinnst, wie z. B. den Claurcn, schrieber gleich fnnfaktigc Pasquille, wenn er nur eineeinzige Xcnie des Tadels auf sich beziehen konnte,kontrollierte er alle Reccnsioncn, worin Andere ge-lobt wurden, und schrie er beständig: Ich werdenicht genug gelobt, nicht genug belohnt, denn Ichbin der Poet, der Poet der Poeten u. s. w. Sohungrig und lechzend nach Lob und Spenden zeigtesich nie ein wahrer Dichter, niemals Klopstock, nie-mals Goethe, zu deren Drittem der Graf Platensich selbst ernennt, obgleich Jeder einsieht, dass er