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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
Seite
208
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dem Marchese, als sei ich ein Geschenk, das erihr aus Artigkeit mitgebracht. Sie fand wenig daranauszusetzen; nur waren ihr meine Haare zu hell-braun, sie hätte sie dunkler gewünscht, wie dieHaare des Abbate Cecco, auch meine Augen fandsie zu klein und mehr grün als blau. Zur Ver-geltung, lieber Leser, sollte ich jetzt Signora Fran-ccska eben so mäkelnd schildern; aber ich habewahrhaftig an dieser lieblichen, fast leichtsinnig ge-formten Grazicngcstalt Nichts auszusetzen. Auchdas Gesicht war ganz göttcrmäßig, wie man esbei griechischen Statuen findet, Stirne und Nasegaben nur eine einzige senkrecht gerade Linie, einensüßen rechten Winkel bildete damit die untere Nasen-linic, die wundersam kurz war, eben so schmalwar die Entfernung von der Nase zum Munde,dessen Lippen an beiden Enden kaum ausreichtenund von einem träumerischen Lächeln ergänzt wur-den; darunter wölbte sich ein liebes volles Kinn,und der Hals — Ach! frommer Leser, ich kommezu weit, und außerdem habe ich bei dieser Jnau-guralschilderung noch kein Recht, von den zwei schwei-genden Blumen zu sprechen, die wie weiße Poesiehervorleuchteten, wenn Signora die silbernen Hals-knöpfe ihres schwarzseidnen Kleides enthäkelte —Lieber Leser! lass uns lieber emporsteigen zu der