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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
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weise in die Worte der übertriebensten Demuth zuVerkappen suchte. Sein breites Lächeln bei solchenGelegenheiten hatte etwas unangenehm Ergötzliches,und man wusstc nicht, ob man ihm Prügel oderBeifall zollen sollte. In solcher Weise hielt er seineMorgenrede vor Signora Franceska, die, nochhalb schläfrig, ihn kaum anhörte; und als er zumSchluss um die Erlaubnis bat, ihr die Füße, we-nigstens den linken Fuß, küssen zu dürfen, und zudiesem Geschäfte mit großer Sorgsalt sein gelb-seidenes Taschentuch über den Fußboden ausbreiteteund darauf niederkniete, streckte sie ihm gleichgültigden linken Fuß entgegen, der in einem allerliebstenrothen Schuh steckte, im Gegensatz zu dem rechtenFuße, der einen blauen Schuh trug, eine drolligeKoketterie, wodurch die zarte niedliche Form derFüße noch merklicher werden sollte. Als der Mar-chese den kleinen Fuß ehrfurchtsvoll geküsst, erhober sich mit einem ächzenden O Jesu! und bat umdie Erlaubnis, mich, seinen Freund, vorstellen zudürfen, welches ihm ebenfalls gähnend gewährtwurde, und wobei er es nicht an Lobsprüchcn aufmeine Vortrcfflichkeit fehlen ließ, und auf Knva-lierparolc betheuerte, dass ich die unglückliche Liebeganz vortrefflich besungen habe.