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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
Seite
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Dir allein glüht diese Wange,Dir nur klopfen diese Pulse;

Voll von süßem LiebesdrangeHebt mein Herz sich dir allein!

Und mit der fettigsten Prosastimme setzte siehinzu: Bartolo, gieb mir den Spncknapf!

Von seinem Niedern Bänkchcn erhob sich jetztBartolo mit seinen dürren, hölzernen Beinen, undpräsentierte ehrerbietig einen etwas unreinlichenNapf von blauem Porzellan.

Dieser zweite Galan, wie mir Gnmpelino aufDeutsch zuflüsterte, war ein sehr berühmter Dich-ter, dessen Lieder, obgleich er sie schon vor zwanzigJahren gedichtet, noch jetzt in ganz Italien klingenund mit der süßen Liebesgluth, die in ihnen flammt,Alt und Jung berauschen, — derweilen er selbstjetzt nur ein armer, veralteter Mensch ist, mitblassen Augen im welken Gesichte, dünnen weißenHärchen auf dem schwankenden Kopfe, und kalterArmuth im kümmerlichen Herzen. So ein armer,alter Dichter mit seiner kahlen Hölzernheit gleichtden Weinstöcken, die wir im Winter auf den kaltenBergen stehen sehen, dürr und laublos, im Windezitternd und von Schnee bedeckt, während der süßeMost, der ihnen einst entquoll, in den fernsten