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beschworen durch das mitbegrabene, inwohnendeLcbenswort. Betrachten wir seine Bilder, so sehensie uns an wie mit Augen des fünfzehnten Jahr-hunderts, gespenstisch sind die Gewänder, als rausch-ten sie uns vorbei um Mitternacht, zauberkräftigsind die Leiber, traumrichtig gezeichnet, gewaltsamwahr, nur das Blut fehlt ihnen, das pulsierendeLeben, die Farbe. Ja, Cornelius ist ein Schöpfer,doch betrachten wir seine Geschöpfe, so will es unsbedünken, als könnten sie alle nicht lange leben,als seien sie alle eine Stunde vor ihrem Tode ge-malt, als trügen sie alle die wehmüthige Ahnungdes Sterbens. Trotz ihrer Heiterkeit erregen dieGestalten des Rubens ein ähnliches Gefühl inunserer Seele, diese scheinen ebenfalls den Todes-kcim in sich zu tragen, und es ist uns, als müsstensie eben durch ihre Lebensübcrfülle, durch ihrerothe Vollblütigkeit, plötzlich vom Schlage gerührtwerden. Das ist sie vielleicht, die geheime Ver-wandtschaft, die wir in der Vergleichnng beiderMeister so wundersam ahnen. Die höchste Lust ineinigen Bildern des Rubens und der tiefsteTrübsinn indenen des Cornelius erregen in uns vielleicht das-selbe Gefühl. Woher aber dieser Trübsinn bei einemNiederländer? Es ist vielleicht eben das schaurigeBcwusstsein, dass er einer längst verklungencn Zeit