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2 (1861) Reisebilder : Th. 2
Entstehung
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Das obcn Angedeutete gilt bloß von Berlin'säußerlicher Erscheinung, und wollte man in dieserBeziehung München damit vergleichen, so könnteman mit Recht behaupten, Letzteres bilde ganz denGegensatz von Berlin, München nämlich ist eineStadt, gebaut von dem Volke selbst, und zwarvon auf einander folgenden Generationen, derenGeist noch immer in ihren Bauwerken sichtbar, sodass man dort, wie in der Hexensccne des Mac-beth, eine chronologische Geisterrcihc erblickt, vondem dnnkelrothcn Geiste des Mittelalters, der ge-harnischt aus gothischen Kirchenpforten hervortritt,bis auf den gebildet lichten Geist unserer eigenenZeit, der uns einen Spiegel entgegenhält, worinJeder sich selbst mit Vergnügen anschaut. In die-ser Reihenfolge liegt eben das Versöhnende; dasBarbarische empört uns nicht mehr, und das Ab-geschmackte verletzt uns nicht mehr, wenn wir esals Anfänge und nothwcndige Übergänge betrachten.Wir sind ernst, aber nicht unmuthig bei dem An-blick jenes barbarischen Doms, der sich noch immerin stiefelknechtlichcr Gestalt über die ganze Stadterhebt und die Schatten und Gespenster des Mit-telalters in seinem Schöße vervirgt. Mit eben sowenig Unmuth, ja sogar mit spaßhafter Rührung,betrachten wir die haarbeuteligcn Schlösser der