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1 (1861) Reisebilder : Th. 1
Entstehung
Seite
306
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der Freundin und betrachteten ihr Antlitz, das ausden schwarzen Flechten und Locken, wie der Mondaus dunkeln Wolken, rosigbleich hervorglänztc —Es waren hohe griechische Gesichtszüge, kühnge-wölbte Lippen, umspielt von Wehmuth, Seligkeitund kindischer Laune, und wenn sie sprach, so wur-den die Worte etwas tief, fast seufzend angehauchtund dennoch ungeduldig rasch hervorgestoßen — undwenn sie sprach, und die Rede wie ein warmer, hei-terer Blumeurcgcn aus dem schönen Munde hernie-derflockte — o! dann legte sich das Abcndroth übermeine Seele, es zogen hindurch mit klingendemSpiel die Erinnerungen der Kindheit, vor Allemaber, wie Glöcklcin, erklang in mir die Stimmeder kleinen Veronika — und ich ergriff die schöneHand der Freundin, und drückte sie an meine Augen,bis das Klingen in meiner Seele vorüber war —und dann sprang ich auf und lachte, und der Dachsbellte, und die Stirne des alten Generals furchtesich ernster, und ich setzte mich wieder und ergriffwieder die schöne Hand und küsste sie und erzählteund sprach von der kleinen Veronika.