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Sie sehen also, Madame, Sie dürfen meine Schrif-ten lesen, diese zeugen von der Gnade und Barm-herzigkeit Gottes, ich schreibe im blinden Vertrauenaus dessen Allmacht, ich bin in dieser Hinsicht einecht christlicher Schriftsteller, und, um mit Gubitzzu reden, während ich eben diese gegenwärtigePeriode anfange, weiß ich noch nicht, wie ich sieschließe und was ich eigentlich sagen soll, und ichverlasse mich dafür auf den lieben Gott. Und wiekönnte ich auch schreiben ohne diese fromme Zu-versicht, in meinem Zimmer steht jetzt der Burscheaus der Langhoff'schen Druckerei und wartet aufManuskript, das kaumgeborcne Wort wandert warmund nass in die Presse, und was ich in diesemAugenblick denke und fühle, kann morgen Mittagschon Makulatur sein.
Sie haben leicht reden, Madame, wenn Siemich an das Horazische ironuin prsmawr in an-nnrn erinnern. Diese Regel mag, wie mancheandere der Art, sehr gut in der Theorie gelten,aber in der Praxis taugt sie Nichts. Als Horazdem Autor die berühmte Regel gab, sein Werkneun Jahre im Pult liegen zu lassen, hätte er ihmauch zu gleicher Zeit das Recept geben sollen, wieman neun Jahre ohne Essen zubringen kann. AlsHoraz diese Regel ersann, saß er vielleicht an der