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1 (1861) Reisebilder : Th. 1
Entstehung
Seite
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ich nicht aus meiner Seele verscheuchen konnte.Es war das alte Märchen, wie ein Ritter hinab-steigt in einen tiefen Brunnen, wo unten die schönstePrinzessin zu einem starren Zauberschlafe verwünschtist. Ich selbst war der Ritter, und der Brunnendie dunkle Klausthalcr Grube, und Plötzlich er-schienen viele Lichter, aus allen Seitenlöchern stürz-ten die wachsamen Zwerglein, schnitten zornigeGesichter, hieben nach mir mit ihren kurzen Schwer-tern, bliesen gellend ins Horn, dass immer mehrund mehr herzu eilten, und es wackelten entsetzlichihre breiten Häupter. Wie ich darauf zuschlug unddas Blut herausfloss, merkte ich erst, dass es dierothblühenden, langbärtigen Distelköpfe waren, dieich den Tag vorher an der Landstraße mit demStocke abgeschlagen hatte. Da waren sie auch gleichAlle verscheucht, und ich gelangte in einen hellenPrachtsaal; in der Mitte stand, weiß verschleiert,und wie eine Bildsäule starr und regungslos, dieHerzgeliebte, und ich küsste ihren Mund, und, beimlebendigen Gott! ich fühlte den beseligenden Hauchihrer Seele und das süße Beben der lieblichenLippen. Es war mir, als hörte ich, wie Gottrief: „Es werde Licht!" blendend schoss herab einStrahl des ewigen Lichts; aber in demselbenAugenblick wurde es wieder Nacht, und Alles rann