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1 (1861) Reisebilder : Th. 1
Entstehung
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auf dem Leibe tragen; wir wechseln ja so oft alsmöglich mit Kleidungsstücken, keines derselben bleibtim Zusammenhange mit unserer inneren und äuße-ren Geschichte; — kaum vermögen wir uns zu er-innern, wie jene braune Weste aussah, die unseinst so viel Gelächter zugezogen hat, und aufderen breiten Streifen dennoch die liebe Hand derGeliebten so lieblich ruhte!

Die alte Frau, dem großen Schrank gegen-über hinterm Ofen, trug einen geblümten Rock vonverschollenem Zeuge, das Brautkleid ihrer seligenMutter. Ihr Urenkel, ein als Bergmann geklei-deter blonder, blitzäugiger Knabe, saß zu ihren,Füßen und zählte die Blumen ihres Rockes, undsie mag ihm von diesem Rocke wohl schon vieleGeschichtchen erzählt haben, viele ernsthafte hübscheGeschichten, die der Junge gewiss nicht so baldvergisst, die ihm noch oft vorschweben werden, wenner bald als ein erwachsener Mann in den nächt-lichen Stollen der Karolina einsam arbeitet, unddie er vielleicht wieder erzählt, wenn die liebeGroßmutter längst todt ist, und er selber, ein sil-berhaarigcr, erloschener Greis, im Kreise seinerEnkel sitzt, dem großen Schranke gegenüber, hin-term Ofen.

Ich blieb die Nacht ebenfalls in der Krone,