— 20 —
Ach! den Sieger und die Sicgrin,
Hat besiegt des Todes Hand —
Jener dürre SenscnrittcrStreckt uns Alle in den Sand.
Nachdem ich eine Strecke gewandert, traf ich »zusammen mit einem reisenden Handwerksburschcn,der von Braunschweig kam und mir als ein dor-,tigcs Gerücht erzählte, der junge Herzog sei aufdem Wege nach dem gelobten Lande von den Tür-ken gesangen worden, und könne nur gegen eingroßes Lösegeld freikommen. Die große Reise desHerzogs mag diese Sage veranlasst haben. DasVolk hat noch immer den traditionell fabelhasten -Jdeengang, der sich so lieblich ausspricht in seinem„Herzog Ernst." Der Erzähler jener Neuigkeitwar ein Schneidcrgesell, ein niedlicher, kleiner jun-ger Mensch, so dünn, dass die Sterne durchschim-mern konnten, wie durch Ossian's Nebclgeistcr,und im Ganzen eine volksthümlich barocke Mischungvon Laune und Wchmuth. Dieses äußerte sichbesonders in der drollig rührenden Weise, womit »er das wunderbare Volkslied sang: „Ein Käfer aufdem Zaune saß, summ, summ!" Das ist schönbei uns Deutschen: Keiner ist so verrückt, dass ernicht einen noch Verrückteren fände, der ihn ver-