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Das dritte Falliment des Friedrich Karcher zu Creuznach
Entstehung
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der Sippschaft und einiger Freunde des Karcher' angenommenwerden / so erhalten die Chirographar-Gläubiger nicht einmal3 Prozent. Die unsinnigen Spekulationen und die gewagtenVersuche deS Karcher/ ein reicher Mann zu werden / bezahlendie Glaubiger / worunter sich Wittwen und Maisen befinden /mit einem Verlust von ungefähr boo,ooo Gulden.

Am aotcn Februar v. I. ließ Karcher dem Handelsgerichtezu Toblenz seine Zahlungs » Unfähigkeit erklären/ und ergriffhierauf die Flucht. Eine geraume Zeit lang hielt derselbe sichzu Planig / unweit Kreuznach im Darmstädtischen/ auf/ undward von den Seinigen/ die ihn täglich besuchten/ von demGange seiner Angelegenheiten unterrichtet. Steckbriefe wurdennicht gegen ihn erlassen/ auch nicht bei den Darmstädtischen Be«hörden auf Auslieferung angetragen. Bekanntlich ist Beides /in Beziehung auf einen andern Kaufmann aus Creuznach/ ge«schehen.

Das dritte Falliment des Karcher erregte großes Aufsehen.Die Umtriebe und Mittel / zu denen die Freunde des Fallitenihre Zuflucht nahmen / um den dreimaligen Bankerottirer dergerechten Strafe zu entziehe» / erfüllten alle Gemüther mit Un«willen. Die Indignation erreichte den höchsten Grad / als manbemerkte / daß / im Interesse des Karcher / mehrere für strengeMoralisten gelten wollende Personen / hinter den Coulissenversteckt / einige Marionetten / die sie auf die Schaubühne vor-geschoben/ an unsichtbaren Drähten bewegten. Man gieng soweit/ eine Bilanz aufzustellen / nach welcher das Aktiv-Vermö-gen des Falliten sein Passiv-Vermögen um mehr als rüoo Gul-den übersteigen sollte / wobei das Grundeigenthum / welchesderselbe im Darmstädtischcn besitzt/ worüber aber die Handels-bücher keine Spur enthalten und welches die Syndike später ent-deckt habe» / nicht einmal in Anschlag gebracht worden ist / ob-gleich dadurch ein noch weit glänzenderer Vermögens - Statushätte gebildet werden können. Allein das scharfe Auge derAgenten und Syndike der Fallitmasse") drang durch den blauenDunst / den man den Gläubigern vormachen wollte und womitman diese und das Publikum zu täuschen hoffte.

Die Verwandten und Freunde des Karcher erheben ein Zeter-

Hepr Achcnbach / Kaufmann zu Coblcnz / Herr FriedrichGräf / und Herr Dheil / Kaufleute zu Creuznach.