gewünscht hätte. Wohl weißt du, wie Hieronymus vonHcrmas bezeugt, daß dieser ein Buch in griechischerSprache geschrieben und dasselbe ..den Hirten" genannt,welches bei den alten Christen in großem Ansehen stand.Oft wünschte ich, daß Jemand (da unsere Zeit so vielegelehrte und gottesfürchtige Männer hat) auftrete unduns diesen verlornen Hirten mit wahrer Treue ersetze;damit ein Jeder die wahren Hirten von den falschen un-terscheiden lerne. Da keiner aufgetreten, so habe ichmich dazu erkühnt: denn, wiewohl unwissend, wageichwie Paulus (2. Kor. 1, K) solches zu unternehmen. Zwarist es nur scblecht gcrathen, es wird aber vielleicht deß-wcgcn mehr Frucht bringen: denn Gott hat eine Lustdaran, daß er die weisen und hohen Dinge dieser Weltmit schlechten und blöden überwindet. So wärst du indem ersten Theilc die Farbe und Gestalt eines rechtenHirten in wahren Zügen gezeichnet finden, welche wahr-lich für das Fleisch nicht ein reizendes Bild ist, son-dern ein ewiger, nnabläßlicher Streit mit allem Flei-sche, mit Vater und Mutter, mit sich selbst, mit aller hoch-müthigen Gewalt, überhaupt mit Allem, was nicht mitGott im Bunde steht. Daran ersehen wir wohl, daß,um ein so schweres Amt unbefleckt zu verwalten, es nichtmenschlicher, sondern göttlicher Kraft bedarf. Im andernThcil wirst du auch die falschen Wölfe, die sich unter demSchafsfelle verkaufen, sehen, mit ihrem Gebisse und ihrenKlanen, die das Schafsfell nicht zu decken vermag; wirstdabei auch empfinden, daß ich hierin nicht nach Freundendieser Welt gestellt habe. Denn Wenige sind, die dasEvangelium mit der ernsten Strenge und Wabrbcit,
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