Daß man uns einredet, die Bilder seien im neuenTestamente nicht verboten, ist auch falsch. Denn, woman im neuen Testamente Ffiw/lov oder simulacrumfindet, da sollte man deutsch lesen: Bild oder Glcichniß.Es lasse sich hier Niemand irren, wenn er in dem neu-lich herausgekommenen Testamente an den vorgczeich-neten Orten dieses Wort mit Abgott oder fremdeGötter übersetzt findet; es sollte dafür Bild oderGlcichniß stehen. ö/roöov spricht HesychiuS; ist
den Lateinern simulacium; deutsch ein Bild oder Glcich-niß. Jetzt besiehe 1. Joh. V. 21 : „Liebe Kinder, hütet„euch vor den Bildnissen!" und andere Stellen; undsiehe demnach, ob die Bilder auch im neuen Testamenteverboten seien oder nicht! Act. XV. 20 ist ein Berichtder Christen zu Jerusalem, daß sich die Christen hütensollen vor den Gräueln der Bilder.
Wenn man uns aber spricht, die.Bilder der Heili-gen zeigen uns an, was diese gethan und gelitten,damit wir ihnen nachfolgen, so sollen wir fragen: welcheWerke sind gerecht? So muß man sprechen; wenn dieWerke aus Glaube und aus Liebe zu Gott geschehen, sogefallen sie Gott, 1. Cor. XIII. Wenn man uns weiterfragt, aus welchem Grund haben die Heiligen solchesgethan? so werden wir sprechen: ans dem wahrenGlauben. Und sollen wir zeigen, wo man ihrenGlauben hingemalt oder abgebildet hat, so können wirnur auf ihre Herzen hinweisen. So müssen auch wirlernen, daß wir nothwendig den Glanben in unsere»Herzen tragen müssen; wenn wir irgend Gottgefälligesthun wollen. Den Glanben aber erlernen wir nicht