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6 (1861) Über Deutschland : T. 2
Entstehung
Seite
267
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als sci er in solchem Gebiete manchmal glücklicherund überträfe ihn an Natürlichkeit. Er erkanntetiefer den Geist der alten Licdcsformen und brauchtesie daher nicht äußerlich nachzuahmen; wir findendaher bei ihm ein freieres Handhaben der Übergängeund ein verständiges Vermeiden aller veraltetenWendungen und Ausdrücke. Den verstorbenen Wctzcl,der jetzt vergessen und verschollen ist, muss ich eben-falls hier in Erinnerung bringen; auch er ist einWahlverwandtcr unseres vortrefflichen Uhland's,und in einigen Liedern, die ich von ihn? kenne,übertrifft er ihn an Süße und hiuschmclzcndcrInnigkeit. Diese Lieder, halb Blume halb Schmetter-ling, verdufteten und verflackerten in einem derältcrn Jahrgänge von Brockhaus' „Uranin." DassHerr Clemens Brentano seine meisten Lieder inderselben Tonart und Gcfühlswcisc, wie Herr Uh-land gedichtet hat, versteht sich von selbst; sieschöpften Beide aus derselben Quelle, dein Volks-gcsange, und bieten uns denselben Trank; nur dieTriukschalc, die Form, ist bei Herrn Uhland gcrün-dcter. Von Adalbert von Chamisso darf ich hiereigentlich nicht reden; obgleich Zeitgenosse der roman-tischen Schule, an deren Bewegungen er Thcilnahm, hat doch das Herz dieses Mannes sich inder letzten Zeit so wunderbar verjüngt, dass er in