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6 (1861) Über Deutschland : T. 2
Entstehung
Seite
246
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ungeheure Gestalt. Er ist stark wie die Felsen vonNvrweg und ungestüm wie das Meer, das sie um-rauscht. Er hat so viel Muth wie hundert Löwenund so viel Verstand wie zwei Esel.

Herr Fouqus hat auch Lieder gedichtet. Sicsind die Lieblichkeit selbst. Sie sind so leicht, sobunt, so glänzend, so heiter dahinflatternd; es sindsüße lyrische Kolibris.

Der eigentliche Liederdichter aber ist Herr Lud-wig Uhland, der, geboren zu Tübingen im Jahre1787, jetzt als Advokat in Stuttgart lebt. DieserSchriftsteller hat einen Band Gedichte, zwei Tra-gödien und zwei Abhandlungen über Walter vonder Vogelwcide und über französische Troubadouregeschrieben. Es sind zwei kleine historische Unter-suchungen und zeugen von fleißigem Studium desMittelalters. Die Tragödien heißen „Ludwig derBaicr" und „Herzog Ernst von Schwaben." Ersterchabe ich nicht gelesen; sie ist mir auch nicht als dievorzüglichere gerühmt worden. Die zweite jedochenthält große Schönheiten und erfreut durch Adelder Gefühle und Würde der Gesinnung. Es wehtdarin ein süßer Hauch der Poesie, wie er in denStücken, die jetzt auf unserem Theater so viel Bei-fall ernten, nimmermehr angetroffen wird. DeutscheTreue ist das Thema dieses Dramas, und wir sehen