— 176 —
valis zeigt ihn, wie gesagt, in dem väterlichen Hansezu Eisenach. „Die Eltern liegen schon und schlafen,die Wanduhr schlägt ihren einförmigen Takt, vorden klappernden Fenstern saust der Wind; abwech-selnd wird die Stube hell von dem Schimmer desMondes.
„Der Jüngling lag unruhig auf seinem Lager,und gedachte des Fremden und seiner Erzählungen.Nicht die Schätze sind es, die ein so unaussprech-liches Verlangen in mir geweckt haben, sagte er zusich selbst, fernab liegt mir alle Habsucht; aberdie blaue Blume sehne ich mich zu erblicken. Sieliegt mir unaufhörlich im Sinne, und ich kann nichtsAnders dichten und denken. So ist mir noch niezu Mnthe gewesen; es ist als hätte ich vorhin ge-träumt, oder ich wäre in eine andere Welt hinüber-geschlnmmert; denn in der Welt, in der ich sonstlebte, wer hätte da sich um Blumen bekümmert? 'und gar von einer so seltsamen Leidenschaft für eineBlume habe ich damals nie gehört."
Mit solchen Worten beginnt „Heinrich vonOfterdingcn," und überall in diesem Roman leuchtetund duftet die blaue Blume. Sonderbar und be-deutungsvoll ist es, dass selbst die fabelhaftestenPersonen in diesem Buche uns so bekannt dünken,als hätten wir in früheren Zeiten schon recht trau-