Druckschrift 
6 (1861) Über Deutschland : T. 2
Entstehung
Seite
175
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weht diese trübe Geschichte, sein Leben war nnr einträumerisches Hinsterben, und er starb an der Schwind-sucht im Jahr 1801, ehe er sein neunundzwanzigstcsLebensjahr und seinen Roman vollendet hatte. Die-ser Roman ist in seiner jetzigen Gestalt nur dasFragment eines großen allegorischen Gedichtes, das,wie die göttliche Komödie des Dante, alle irdischenund himmlischen Dinge feiern sollte. Heinrich vonOfterdingen, der berühmte Dichter, ist der Helddieses Romans. Wir sehen ihn als Jüngling inEisenach, dem lieblichen Städtchen, welches am Fuße,jener alten Wartburg liegt, wo schon das Größte,aber auch schon das Dümmste geschehen; wo näm-lich Luther seine Bibel übersetzt, und einige alberneDeutschthümler den Gendarmeriekodex des HerrnKamptz verbrannt haben. In dieser Burg ward aucheinst jener Sängerkrieg geführt, wo unter andernDichtern auch Heinrich von Ofterdingen mit Klings-ohr von Ungerland den gefährlichen Wettstreit' inder Dichtkunst gesungen, den uns die ManessischeSammlung aufbewahrt hat. Dem Scharsrichter solltedas Haupt des Unterliegenden verfallen sein, undder Landgraf von Thüringen war Schiedsrichter.Bedeutungsvoll hebt sich nun die Wartburg, derSchauplatz seines späteren Ruhms, über die Wiegedes Helden, und der Anfang des Romans von No-